So manchen Einsteiger verwirrt die Modellvielfalt und die technischen Bezeichungen bei RC-Helis. Deshalb hier ein kleiner Überblick über die unterschiedlichen Arten von RC-Helis und technischen Bezeichungen.
- Koax
Koaxialhelicopter zeichnen sich durch zwei gegenläufige Hauptrotoren aus. Die Steuerung des Helis erfolgt über die unterschiedliche Drehzahl der beiden Rotoren. Dies macht einen Heckrotor entbehrlich. Außerdem unterliegt der Heli nicht so starken Drehmoment-Reaktionen, so dass der Koax sehr stabil in der Luft schwebt. Die Kehrseite ist die nur eingeschränkte Steuerbarkeit. Mit ein wenig Übung können aber selbst absolute Anfänger recht schnell mit dem Heli umgehen. Er eignet sich aber m.E. nicht als Einstieg, da der Übungseffekt für Pitch gesteuerte Helis nicht sehr groß ist.
- Fixed Pitch
Fixed Pitch Helis (FP) haben nur einen Hauptrotor und einen Heckrotor. Die Änderung der Höhe und der Geschwindigkeit erfolgt über Änderung der Drehzahl des Hauptrotor. Der Drehmomentausgleich und die Giersteuerung erfolgen durch Änderung der Drehzahl des Heckrotors.
- Collektive Pitch
Collective Pitch (CP) Helis arbeiten mit konstanter Drehzahl des Hauptrotors. Geschwindigkeit und Höhe werden über die Verstellung des Anstellwinkels der Rotorblätter gesteuert. Auch die Blätter des Heckrotor arbeiten nach diesem Prinzip. Dieses ist das wohl gängiste Prinzip sowohl bei den mantragenden, als auch bei den RC-Helis.
- Modellbezeichnung
Für den Einsteiger ist es erstmal schwer die Modelbezeichnungen 250er, 450er 500er , 600er 50, 60 und 90er zuzuordnen. Dabei folgen fast alle Bezeichnungen einem bzw. genau genommen zwei System(en). Denn die Bezeichnungen von Elektro- und Verbrennerhelis sind unterschiedlich. Während Verbrennerhelis in der Regel entsprechend der Motorgröße in Kubikinch benannt werden (z.B. ein "90er" Heli wird von einem 0,90 Kubikinch bzw. 15ccm Motor angetrieben), bezieht sich die Bezeichnung der Elektrohelis zum größten Teil auf die Länge eines Rotorblattes in mm. Ein 700er ist daher ein (Elektro-) Heli mit einer Rotorblattlänge von 700mm und damit einem Rotordurchmesser von ca. 1,6 m, was dem 90er Verbrennerheli entspricht. Lediglich die "kleineren" 450er und 500er scheren aus diesem System aus. Hier beruht die Bezeichnung noch auf der Größe der früher in diesen Klassen üblichen Bürstenmotoren, die heute quasi ausgestorben sind. Thunder Tiger gibt daher seinem "450er" Mini Titan die Zusatzbezeichnung E325 und GAUI nennt seinen brandaktuellen "500er" IRCHA 425, was wieder genau den Blattlängen in diesen Klassen entspricht.
-Flybarless (FBL)
Die Revolution der letzten Jahre bei den RC-Helis ist der Rotorkopf ohne Paddelebene (engl. = Flybar). Diese war und ist nach wie vor bei den meisten RC-Helis für die mechanische Stabilisation des Helis um die Nick- und Rollachse verantwortlich. Dabei werden die Stauerbefehle an die Rotorblätter über den nach ihren Erfindern genannten Bell-Hiller Mischer mit der Paddelebene so gemischt, dass der Heli eine gewisse Stabilisation über die beiden Achsen Nick und Roll erhält. Die deutsche Firma Mikado hat diese Stabilisation elektronisch nachgebildet und dem System gleichzeitig auch noch die Heckstabilisierung übertragen. Dieses elektronische System übertrifft, wie nicht anders zu erwarten, die mechanische Stabilisierung bei weitem und reduziert das Eigenleben des Helis fast bis auf Null. Das heißt jedoch nicht, dass das Steuern des Helis einfacher wird, sondern eben nur wesentlich präziser möglich ist. Deshalb wächst die Anzahl der FBL-Helis mit elektronischer Stabilisierung stetig an. Einziger Nachteil bleibt bis jetzt immer noch der hohe Preis.
- Steuerfunktionen
Die Steuerfunktionen des Heli werden wie folgt bezeichnet:
Gas = Pitch
Seite = Gier
Quer = Roll
Vor/zurück = Nick
- 3d
Wenn ein RC-Heli so gesteuert wird, das es aussieht als wäre er außer Kontrolle, aber trotzdem nicht abstürzt, nennt man das 3d.